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Vor 20 Jahren, als der Falkenberg oberhalb des Oberstdorfer Ortsteils Tiefenbach absackte, herrschte blanke Angst in den Häusern unterhalb des Tobels. Nach dem Bau teurer Sperrwerke zum Schutz vor einem gewaltigen Murenabgang ins Tal und nach einer zehnjährigen Beobachtungsphase der labilen Abbruchkante am Rutschhang gibt das Wasserwirtschaftsamt nun aber Entwarnung.
Der Berg bei der Falkenalpe bewegt sich zwar immernoch. Aber mit einer verheerenden Schuttlawine ist wohl nicht mehr zu rechnen, hieß es jüngst im Bauausschuss des Marktgemeinderats.
Die zum Ende der 80er und 90er Jahre für umgerechnet rund 300.000 Euro gebaute, fast zehn Meter hohe Sperre direkt am Fuß des Hangs und ein weiterer Murenfang am unteren Ende der Schlucht haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Das 1994 zusätzlich installierte Beobachtungssystem aus Sensoren im Erdreich und aus überirdisch gespannten Seilen registrierte zwar seitdem immer wieder Absackungen, Kriechbewegungen und Setzungen.
Aber nicht einmal Unwetter und Hochwassersituationen der letzten Jahre haben der Furcht der Tiefenbacher vor dem Tag, an "dem der Berg kommt", auch nur annähernd Nahrung verschafft. Manfred Brunner von der Kemptener Behörde zeigte den Ausschussmitgliedern auf, dass die Ingenieure die Lage seit Jahren im Griff haben. Als nach der Schneeschmelze 1982 der Falkenberg auf einer Fläche von 2,5 Hektar ins "Schwimmen" geraten war, hatte es noch anders ausgesehen:
Die Experten prophezeiten seinerzeit, dass sich die vorhandene lose Masse von 600.000 Kubikmetern Erdreich und Geröll als Überrest einer Talverfüllung aus der Eiszeit oberhalb von Falkentobel und Siedlung irgendwann einmal gen Tal stürzt.
Die damaligen Schlagzeilen im bundesdeutschen Blätterwald zur Falkentobel-Problematik und deren baulicher Entschärfung sind längst verblasst. Auch nachdem der Rutschhang nicht mehr so heftig rumort und die aufnahmefähigen Sperrwerke greifen, zeigte sich in der Sitzung CSU-Ratsmitglied Toni Huber, zugleich Ortssprecher von Tiefenbach, halbwegs beruhigt. "Das hat damals wirklich bedrohlich ausgesehen", erinnerte sich Huber. "Aber jetzt können die Tiefenbacher ganz gut damit leben", meinte er in der Sitzung, obwohl Wasserwirtschaftsamts-Mitglieder Brunner ein Restrisiko immer noch nicht ausschließen wollte.
Nach wie vor gilt deshalb ergänzend zu den Messbeobachtungen eine Empfehlung der Geologen:
In dem Gebiet sollte von einer Beweidung abgesehen werden.
(AZ 21.04.2005 Nr.91)
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